Mayday aus der Chefetage von Paula Brandt

EIN ERSCHRECKEND AKTUELLES BUCH

Im September 2015 platzte die Bombe: Die Manipulationen bei Volkswagen stellten alle bis dato bekannt gewordenen Skandale in der deutschen Wirtschaft in den Schatten. Das Ausmaß des Schadens, den der Betrug dem Konzern, seiner Belegschaft und seinen Aktionären sowie der deutschen Autoindustrie und Wirtschaft insgesamt zugefügt hat, wurde täglich neu und höher berechnet. Nur wenig später berichteten die Medien über nie dagewesene Verluste in der Deutschen Bank. Auch hier waren die Konsequenzen gravierend: Sie reichten von Filialschließungen über Stellenstreichungen.

In beiden Fällen steht die Suche nach dem/den Schuldigen, verbunden mit der brennenden Frage, wie es wohl zugeht in den Führungsetagen unserer Unternehmen und wie »die Chefs da oben« eigentlich ticken?

Den Druck von Krisen hat Paula Brandt, die seit über 18 Jahren Vorstände und Geschäftsführer beobachtet und beraten hat, aus nächster Nähe und am eigenen Leib erlebt. Auf Basis ihrer Erfahrungen hat sie einen neuen Ansatz entwickelt, wie Manager trotz überwältigender Zwänge standfest und integer bleiben können.


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Interview mit Paula Brandt

Frau Brandt, warum gehen manche Manager bis zum Äußersten?

Paula Brandt: Diese Frage habe ich mir in 18 Jahren als Unternehmensberaterin, in denen ich in engen Kontakt mit Vorständen und Geschäftsführern gekommen bin, nicht nur einmal gestellt. Der Job an der Spitze kann extrem ruppig sein. Wenn es um den Verbleib in der eigenen Position geht, wird deutlich, welcher Manager zum Äußersten geht. Diesen Typ Manager habe ich »Menschenfresser« genannt – ein zugebenermaßen krasser Begriff, der sich mir aber förmlich aufgedrängt hat. Wer in die Schusslinie solcher Manager gerät, kann ernsthaft Schaden nehmen, im Job und persönlich.

Wie sind Sie auf die Problematik der »Menschenfresser« aufmerksam geworden?

Paula Brandt: Als Unternehmensberaterin habe ich für Kunden große geschäftskritische Projekte geleitet, bei denen es oft um sehr viel ging. Manchmal stand sogar der Fortbestand des ganzen Unternehmens auf dem Spiel, und es wurden Entlassungen gefordert. Das waren Situationen mit extrem hohem Druck, sowohl für Geschäftsführer und Vorstände auf Kundenseite, aber auch für uns als beauftragte Beratung. Sprich: Wenn die eigene Existenz auf dem Spiel steht, zeigt sich sehr schnell, wer zu den »Menschenfressern« zählt. Umgekehrt habe ich nicht wenige Manager gesehen, die dem Druck nicht standgehalten haben und zu seelischen und körperlichen Wracks wurden – man kann es nicht anders nennen.

Wie haben sich die »Menschenfresser« in der Führungsetage verhalten?

Paula Brandt: Als Beraterin war ich für den Erfolg der von mir geleiteten Projekte verantwortlich – allerdings gab es für mich immer eine Grenze, von der mir klar war, dass ich die nicht überschreiten darf. Für die »Menschenfresser« unter meinen Auftraggebern, ob auf Kundenseite oder bei meinen eigenen Beratungen, hat es diese Grenzen oft nicht gegeben. Sie haben z.B. Verstöße angeordnet, die weder ethisch noch menschlich zu rechtfertigen waren und an sämtlichen Regelwerken im Unternehmen vorbeigingen.

Wie haben Sie angesichts solcher Anordnungen von »Menschenfressern« reagiert?

Paula Brandt: Es hat mich in einen Zwiespalt gebracht. Einerseits war ich direkt für den Erfolg verantwortlich, auf der anderen Seite war es menschlich für mich schwer auszuhalten, wenn mir mein Auftraggeber Dinge angeordnet hat wie: »Ich befehle dir, nicht die Wahrheit zu sagen«. Ich bin meinen eigenen Grenzen treu geblieben, soweit es ging, und bin damit direkt in direkte Konfrontation zu den »Menschenfressern« gegangen – das ist nicht angenehm. Auf der anderen Seite hat genau das meinen Widerspruchsgeist geweckt: So dürfen Menschen nicht miteinander umgehen, auch wenn der Druck noch so hoch ist. Dann muss etwas am System ganz grundsätzlich nicht stimmen.

Wie haben Sie diese Empörung umgesetzt?

Paula Brandt: Zu meiner Empörung kamen zwei weitere Gefühle für mich dazu: zum einen Neugier. Welche Mechanismen kommen zum Tragen, damit jemand überhaupt zum »Menschenfresser« wird? Muss er zwangsläufig so werden oder gibt es Alternativen? Zum anderen wünsche ich mir, dass es anderen, nachfolgenden Generationen nicht so geht wie mir: Die Machtkämpfe müssen ein Ende haben. Ich habe daraufhin, ungefähr ab 2010, alle Kraft darauf gesetzt, dieses Thema besser zu verstehen. Ich habe eine Doktorarbeit begonnen und zum Thema geforscht. Ich habe jeden interviewt, der in meinem Umfeld etwas beitragen konnte. Ab 2013 habe ich mit dem Buchprojekt zu »Mayday aus der Chefetage« begonnen.

Was sind für Sie die interessanten Aspekte?

Paula Brandt: Mir geht es um die »Menschenfresser« im Management – wie verhalten sie sich? Wie wird jemand dazu? Geht es auch anders? Und: Wie stellt sich jemand trotz der »mörderischen Umstände« an der Firmenspitze – so hat es einmal ein Interviewpartner von mir genannt – gut und integer auf? Gibt es Empfehlungen? Ich habe daraus ein Programm entwickelt, das ich auch im Buch vorstelle, das »KrisenBalance©«-Programm.

Über Paula Brandt

Paula Brandt

Paula Brandt hat über 18 Jahre lang als Unternehmensberaterin Vorstände und Geschäftsführer beraten. Zu ihren Kunden zählen Großkunden im In- und Ausland aus Dax-Unternehmen, dem Gesundheits-, dem Automobil- und dem Öffentlichen Sektor sowie Banken und Versicherungen.

Sie forscht seit 2010 berufsbegleitend zu Topmanagern in Unternehmens- und persönlichen Krisen, gibt Trainings und hält Vorträge. Seit 2013 ist sie Geschäftsführerin einer IT-Firma. Sie lebt und arbeitet in Hamburg.

www.paula-brandt.de

Mayday aus der Chefetage. Warum Manager in Krisen scheitern

Sie wollen wissen, wie Topmanager ticken? Wie es hinter den Kulissen aussieht? Paula Brandt erzählt ungeschönt und spannend wie in einem Krimi, was Druck und Belastungen mit Topmanagern machen. Denn schon der Alltag vieler nach außen hin so souverän wirkender Firmenlenker ist harte Realität. Kommen jetzt noch krisenhafte Situationen dazu, scheitern viele Topmanager – mit teilweise dramatischen Folgen.

Die Anforderungen solcher Krisen zu bewältigen und dabei trotzdem noch Mensch zu bleiben braucht einen neuen Ansatz. Paula Brandt entwirft – basierend auf Erkenntnissen aus Psychologie und Neurowissenschaften – ein Bild, wie es anders gehen kann. Sie selbst ist intime Kennerin dieser Welt der Mächtigen, da sie über 18 Jahre lang als Unternehmensberaterin Vorstände und Geschäftsführer beraten hat.